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Ernst Friedrich Wilhelm Bodensohn

Er entzündete das Feuer!

An der im Jahr 1973 gegründeten Musikschule Gaggenau begegnete ich ihm vermutlich 1975 zum ersten Mal. Meine Mutter schenkte mir zu Weihnachten 1974 eine Querflöte (Kohlert popular, aus der damaligen Tschechoslowakei). Da hieß es einen Lehrer finden. An das erste Zusammentreffen bei der Vorstellung des Lehrers und Auswahl der Schüler erinnere ich mich, als sei es gestern gewesen. Ich wurde als "tauglich" befunden und begann dann im Alter von 12 Jahren das Querflötenspiel.

Bodensohn war der erste Solo-Flötist des nach dem 2. Weltkrieg gegründeten Sinfonieorchester des damaligen SWF in Baden-Baden. Er hatte diese Position ab 1948 bis Ende der 60-er Jahre inne. Gesundheitliche Probleme führten zur Aufgabe der Soloflötenstelle. Mehr Infos zu seinem Leben gibt es hier.

Ich lernte schnell bei ihm. Seine Begeisterung für die Musik war ansteckend. Viele musikalische Dinge wurden Opfer von langen Erzählungen aus der Vergangenheit, die durch seine Kriegserlebnisse bestimmt war. Nach sechs Jahren Unterricht erhielt ich im Jahr 1981 ein Zeugnis der Musikschule Gaggenau und meine Lehrzeit war beendet. Ich erhielt die Möglichkeit, noch zu Abiturszeiten, selbst an der Musikschule Unterricht zu erteilen. An meine drei ersten Schüler/innen erinnere ich mich noch gut. Es sollten bis heute viele hunderte werden. Das habe ich meinem Meister Bodensohn zu verdanken. Und noch etwas: Zum Abschluss an der Musikschule schenkte er mir ein Konzert in seiner Konzertreihe "Festliche Serenade Schloß Favorite". Ich spielte im August  1981 u.a. das Concerto D-Dur "pour Potsdam" von Johann Joachim Quantz. Seit diesem Tag bin ich der Flötist des Quantz-Collegium, das Ensemble das Bodensohn gegründet hat. Ich habe diese Konzertreihe später auch von ihm geerbt.

Was soll ich schreiben? Diesem Mann habe ich sehr sehr viel zu verdanken!!