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In Sveg also sammelte ich erste Kurserfahrungen. Ich war nochmals 1989 und 1991 da. Man traf auf Professoren aus ganz Europa. Das war super interessant. Da ich sofort nach Beendigung des Studiums eine hauptamtliche Stelle an der Schule für Musik und darstellende Kunst angeboten bekam, war die Ausbildungszeit beendet. Aber parallel dazu war ich doch sehr auf weitere Inspiration erpicht. Ich begann Meisterkurse als aktiver Teilnehmer zu besuchen. Und das begann mit einem Aufenthalt in der Schweiz, den man als historisch bezeichnen könnte.

Es war nämlich ein Kurs im Sommer 1988 in Obersaxen an dem André Jaunet als Lehrer wirkte. Diese sommerlichen Tage in der Schweiz kommen mir rückblickend wie Wochen vor. Diesem legendärem Lehrer in einer kleinen Schweizer Dorfschule gegenüber zu stehen, in seine Augen zu schauen und von ihm "gelehrt" zu werden, war sehr prägend. Als ich ihm den ersten Satz der Bachschen a-moll Partita vorgespielt hatte, war es still, sehr still im Raum! und dann sagte er: "So romantisch habe ich das noch nie gehört". Gelächter bei den Zuhörern. Und dann hat er es mir erklärt und ich verstand. Dass dieser intensive Mensch, einer der bedeutendsten Flötenlehrer des 20. Jahrhunderts, ein halbes Jahr später sterben sollte, war für uns Kursteilnehmer in diesem Schweizer Sommer nicht zu ahnen.

Robert Aitken fand ich einen tollen Flötisten, habe ihn auf Platten und in Konzerten gehört und als er 1989 einen Kurs in Erlangen hielt, war ich dabei. Das gab tolle Anregungen, Ideen und Inspiration inklusive eines unvergessenen Marcel Moyse Abends zu dessen 100. Geburtstag am 17. Mai 1989. Nach Jahrzehnten habe ich Robert Aitken dann wieder 2013 auf dem Flötenfestival in Freiburg gehört und in München 2017 gesprochen.

Robert Dick war unglaublich beeindruckend und prägte, wie Aitken meine Begeisterung für die "Moderne". Zweimal war ich in Ettlingen auf seinem Meisterkurs, habe Stücke von ihm gespielt und "Voice" von Takemitsu mit ihm gearbeitet. Sein immenses Können und seine Vermittlung haben seine Nachwirkung bis heute behalten.

Michael Helasuovo hat mir auch sehr viel geholfen. Mit ihm habe ich vor allem die Flöten/Gitarrenliteratur studiert und es war eine Freude mit ihm lernen zu dürfen.

Eckart Haupt bin ich kurz nach der Wende im Jahr 1991 in Michaelsstein begegnet. Beim Meisterkurs mit dem Thema  "Bach und seine Söhne" habe ich sehr viel von diesem einzigartigen Flötisten gelernt. Eine sehr tiefe Erfahrung.